Busbegleiter für Heepen

Zivilcourage: Weitere 18 Schüler haben ein zweitägiges Deeskalations- und Kommunikationstraining besucht und in Rollenspielen geübt

Heepen. Gerangel an der Haltestelle und im Bus ist unter Schülern häufig Alltag. Um dem vorzubeugen, haben Gymnasium und Realschule Heepen ein Gemeinschaftsprojekt mit dem ostwestfälischen Verein „Uptoyou“ gestartet. Dabei bereiten sie Schüler gezielt auf solche Situationen vor. Sie lernen sich einzumischen und damit Konflikte zu deeskalieren.


Ausgewählte Schüler aus den achten Klassen haben innerhalb von zwei Tagen die wichtigsten Regeln und Verhaltensweisen gelernt. „Damit das außerhalb des Schulalltages geschieht, machen wir die Ausbildung im Freizeitzentrum Stieghorst“, sagt Christina Pörtner von „Uptoyou!“. Mit einem Deeskalations- und Kommunikationstraining sollen sie lernen Konflikte bereits frühzeitig zu erkennen und selbstbewusst zu handeln. In Rollenspielen vertiefen sie das gewonnene Wissen. Damit wird die Zivilcourage und Teamfähigkeit gefördert, die sprachliche und körpersprachliche Kommunikation gestärkt sowie die eigenen Grenzen erkannt.

Kai-Jörn Rosin vom Kommissariat für Kriminalprävention/Opferschutz begleitet das Projekt. Er konnte in den Schulungen die Unsicherheiten der Schüler klären und das Handeln in einen rechtlichen Kontext einordnen. In der Zeit nach der Ausbildung treffen sich die Busbegleiter regelmäßig, um ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

In dieser Woche haben 18 neue Busbegleiter ihre Zertifikate und Ausweise überreicht bekommen. Insgesamt haben an den beiden Heeper Schulen jetzt 60 Schüler die Fortbildung besucht. Bei der Auswahl von geeigneten Schülern achten die Lehrer darauf, mit ihnen möglichst viele Buszeiten und -strecken abzudecken. Zu ihrer eigenen Sicherheit sollten sie immer mindestens zu zweit als Busbegleiter auftreten.

Das Projekt „Uptoyou!“ gibt es bereits seit 2001. Die Realschule und das Gymnasium Heepen sind seit acht Jahren dabei. Busunternehmen melden einen Erfolg, so Pörtner. Die Fälle von Vandalismuschäden und Streitigkeiten im Nahverkehr seien weniger geworden. Die Erfahrungen in Bielefeld und anderen Städten würden zeigen, dass das Miteinander seit dem Einsatz von Busbegleitern konflikt- und stressfreier geworden ist.

 

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01 – Bielefeld West, Mittwoch 17. Februar 2016




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