CDU: »Es bewegt sich etwas«

OWL-Elternvertreter bei den Landtagsabgeordneten André Kuper und Klaus Kaiser …

 

Freuen sich über einen erfolgreichen Austausch, von Li: Christian Beckmann, Werner Landwehr, André Kuper, Michael Töpler, Ulrike Homann, Edith Mathmann, Veronika Klas und Klaus Kaiser

Freuen sich über einen erfolgreichen Austausch, von Li: Christian Beckmann, Werner Landwehr, André Kuper, Michael Töpler, Ulrike Homann, Edith Mathmann, Veronika Klas und Klaus Kaiser

Bei einem Treffen mit Spitzenpolitikern der NRW-CDU Landtagsfraktion mit der Kreisschulpflegschaft Gütersloh und dem Stadtelternrat Bielefeld ergab sich ein konstruktives Gespräch, in dem sich die beiden Politiker gegenüber der Kritik und den Vorschlägen der Elternvertretungen aus OWL aufgeschlossen zeigten. Es wurden eine Reihe von Themen diskutiert.

Unter anderem ging es um den deutlich zu häufigen Unterrichtsausfall an den Schulen in NRW, der in diesem Ausmaß für die Eltern inakzeptabel ist. Die Poolreserve für Grundschullehrer ist in NRW vielerorts aufgebraucht und im System bereits früh verplant, dass es bei Lehrerausfällen kaum Möglichkeiten gibt, die erforderlichen und vom Schulgesetz vorgeschriebenen Unterrichtsstunden zu erteilen. Die veröffentlichten Statistiken der Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Bündnis90/Die Grünen) entsprechen nicht den Ansprüchen von Eltern, weil sie z.B. die Betreuung einer Ausfallstunde durch eine fachfremde Lehrkraft als Unterricht zählt. Wenn die Ministerin zudem einen Erhebungszeitraum für die Stichprobe wählt, in dem viele Lehrkräfte gegen Ende der Abiklausuren »frei« sind, ist das Ergebnis einer solchen »Erhebung« nicht aussagekräftig. »Solche Statistiken blockieren aus Sicht der Eltern notwendige Verbesserungen.« Dem »politischen Gegner« unseriöses Arbeiten vorzuwerfen, bringt uns nicht weiter. Das Problem des sogenannten strukturellen Unterrichtsausfalls trifft viele Schulen hart und lässt sich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht beheben. In der Folge führt dieser Mangel zu gravierenden Nachteilen im Studium, Ausbildung, Beruf und im weiteren Leben.

Um den Unterrichtsausfall abzudecken, der durch Krankheit und abwesende Lehrerinnen und Lehrer nicht zu vermeiden ist, hat das Land NRW vor einigen Jahren Formen der befristeten Einstellung gesucht und gefunden. Für den Vertretungsunterricht stehen so in NRW rund 55 Millionen Euro und für den Regierungsbezirk Detmold 6,6 Millionen Euro Flexible Mittel zur Verfügung. Jedoch scheitert es heute nicht an den Mitteln, sondern an ausgebildeten qualifizierten Lehrkräften.

Hinzu kommt, dass die Verwendung dieser Mittel pauschal und undifferenziert gehandhabt wird. Mehr Transparenz im Bildungssystem forderte deshalb auch Michael Töpler vom Stadtelternrat Bielefeld. Die Elternvertreter wollen sich für eine gute Unterrichtsqualität einsetzten, die maßgeblich von der Qualität des Lehrplans und des konkreten Unterrichts abhängt. Sie fordern mehr Lehrer, Mittel und Festeinstellungen von Lehrkräften. Langfristig muss der Lehrerberuf in NRW, vor allem auch für männliche Pädagogen im Primarbereich, finanziell attraktiver werden.

Die Gesprächsteilnehmer stimmen darin überein, dass die Umsetzung der Inklusion im Schulsystem NRW´s gravierende Mängel aufweist. Vielen Lehrkräften fehlen notwendige Qualifikationen, die individuellen Förderbedarfe der Schülerinnen und Schüler werden vielfach gar nicht oder nicht ausreichend erhoben.  Das Elternwahlrecht erfordert hochwertige und neutrale Beratungsangebote, damit die richtige Wahl für die Kinder getroffen werden kann. Diese müssen umgehend und flächendeckend etabliert werden!

„Auch beim Themenbereich Rückkehr zu G9 zeigten sich die Politiker aufgeschlossen«, freut sich Werner Landwehr von der Kreisschulpflegschaft Gütersloh e.V . .

Die Landespolitiker beschrieben die aktuelle politische Situation dazu mit den Worten: »Es gibt viele sehr gute Argumente pro G9, wir wissen aber auch, dass es Anhänger von G8 gibt. Ziel ist für uns eine Steigerung der Bildungsqualität«.

Während einer öffentlichen Veranstaltung in Dortmund, die am 20.09.16 stattfand, vertraten teilnehmende Lehrkräfte die Überzeugung, dass eine Rückkehr innerhalb von zwei Jahren zu realisieren sei.  Beide Politiker führten dazu aus, dass auf diesem Weg indes noch eine Reihe von Fragen zu klären seien. Man nehme aber inzwischen fraktionsübergreifend zur Kenntnis, dass man die Kritik aus den Reihen der Eltern, der Wirtschaft und der Universitäten nicht mehr überhören könne. »Die Zahl der frustrierten Studienabbrecher ist erschreckend hoch und das Niveau der Schulbildung wurde im Zuge von G8 erheblich gesenkt. Wir wollen uns für eine gute Bildungsqualität einsetzten und Mütter und Väter in OWL wollen gehört werden«, bestärkt Edith Mathmann von der Kreisschulpflegschaft. »Und dazu gehört heute auch der sinnvolle Einsatz der digitalen Medien in allen Unterrichtsfächern, der Erwerb von Medienkompetenz und die gleichberechtigte Umsetzung für alle Schulformen«, fügt Veronika Klas von der Kreisschulpflegschaft hinzu. »Jedoch hakt es hier enorm. Ich führe regelmäßige Gespräche mit Politikern und der Gütersloher Schulverwaltung«, bekräftigt der neue Stadtschulpflegschaftsvorsitzende von Gütersloh und Mitglieder der Kreisschulpflegschaft Christian Beckmann. Ulrike Homann vom Stadtelternrat Bielefeld stößt auf offene Ohren bei den Politikern für das Thema Eltern-Anhörungs- und Mitspracherecht in der Kommunal- und Landespolitik. »Eltern sollten das Recht bekommen gehört zu werden«, entgegnet der schulpolitische Landessprecher Klaus Kaiser.

Damit alle Eltern von Schulkinder besser mitwirken können, haben sich Elternvertreter vieler Städte auf NRW-Ebene vernetzt. Ein nächster politischer Austausch in der Runde wird für Januar anvisiert

(C) http://www.guetsel.de/content/guetersloh/15399/cdu-es-bewegt-sich-etwas.html

 




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