Ganztag im Gemeindesaal

Grundschule Babenhausen: Um die Platznot zu lindern, sollen Schüler in den Räumen der Kirche nebenan ihr Mittagessen einnehmen. 25 Kinder haben keinen Platz bekommen

Babenhausen. In die Offenen Ganztagsschulen (OGS) wurde in den vergangenen Jahren nicht investiert. Das Geld ging in den Ausbau der Kitaplätze für Kinder unter drei Jahren. Die Auswirkungen sind in vielen OGS zu spüren, unter anderem in der an der Babenhauser Grundschule. Dort herrscht große Enge. 100 Plätze hat die OGS, 125 Eltern haben ihr Kind angemeldet. Um die Not zu mildern, verhandelt die Stadt jetzt mit der benachbarten Kirchengemeinde. Deren Räume sollen als provisorische Erweiterung der OGS dienen. Das teilte Schulamtsleiter Georg Müller während der Bezirksvertretung Dornberg mit. „Der Gemeindesaal könnte als Mensa genutzt werden“, sagte Müller. Die Verhandlungen mit der Andreasgemeinde sind aber noch nicht abgeschlossen. Bei der Schule und den Eltern stoßen die Pläne auf Zustimmung. Zahlreiche Eltern hatten während der Sitzung auf die Notsituation der Babenhauser OGS aufmerksam gemacht. Sie berichten von drei Essensschichten zu Mittag; der Ablauf sei nur mit „außerordentlichem Zeitdruck und Stress für die Kinder und Mitarbeiter“ zu bewältigen. Die Eltern fordern deswegen einen möglichst schnellen Ausbau der OGS – zumal für die kommenden Jahre weiter steigende Anmeldezahlen zu erwarten seien. In der Nähe der Grundschule werden derzeit zwei größere Baugebiete erschlossen.


Schulamtsleiter Müller bestätigt das. Seine Behörde rechnet mit einer Steigerung der Schülerzahlen von derzeit 150 auf 200 in den kommenden vier Jahren. Er hat wegen der Verhandlungen mit der Kirchengemeinde die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Träger, die AWO, auch den 25 Eltern, die bisher keinen Platz für ihr Kind ergattern konnten, doch noch eine Zusage geben können.

Die provisorische Erweiterung solle maximal drei Jahre dauern. Das fordern die Bezirksvertreter. Danach müsse endlich wieder investiert werde in die Offenen Ganztagsschulen. Der Zeitplan könnte hinhauen. Laut Müller stehen jährlich 2,5 Millionen Euro für die OGS zur Verfügung. Zunächst sei die Grundschule Wellensiek im Stadtbezirk dran. „Drei bis vier Jahre dürfte es dauern, bis Babenhausen an der Reihe ist“, vermutet Müller.

 

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01 – Bielefeld West, Samstag 27. Februar 2016




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