Geflüchtete Kinder warten auf Plätze in Schulen

Engpass: 250 Kinder und Jugendliche stehen derzeit bis zu einem halben Jahr auf der Warteliste. Zehn weitere internationale Klassen geplant. Stadt will mehr sozialpädagogische Fachkräfte bereitstellen

Bielefeld (mkp). An Bielefelder Schulen gibt es Engpässe: 95 geflüchtete Kinder bis 16 Jahre und 155 ältere Jugendliche warten aktuell auf einen Schulplatz. Noch im Februar war die Liste der Jüngeren doppelt so lang. Das geht aus einer Informationsvorlage hervor, die vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) erstellt wurde.


949 schulpflichtige Kinder und Jugendliche hat das Zentrum 2015 an Bielefelder Schulen vermittelt. Durch die hohen Zuzugszahlen in der zweiten Jahreshälfte kam es dann zu Engpässen. Besonders lange warten Kinder, die in eine Alphabetisierungsklasse müssen.

Im Februar noch standen 200 Kinder bis 16 Jahre auf der Warteliste für einen Schulplatz. Da jedoch sieben weitere internationale Klassen an allen Schulformen in der Sekundarstufe I errichtet wurden, konnten bis Ende März bereits 105 Kinder untergebracht werden.

Im April sollen fünf weitere Auffang- und Vorbereitungsklassen folgen, in denen dann weitere 75 Kinder unterkommen können. Insgesamt gibt es in Bielefeld damit 83 internationale Klassen, im Frühsommer sollen nochmals fünf folgen.

Im Grundschulbereich ist die Situation deutlich entspannter. 20 Kinder aus der Stadtmitte oder den Außenbezirken mussten kurzzeitig auf einen Platz warten.

Die aktuell 155 Flüchtlinge über 16 Jahre, die auf einen Schulplatz warten, können erst untergebracht werden, wenn an den Berufskollegs weitere internationale Klassen eingerichtet werden. Aktuell gibt es 25 Klassen, in denen 403 junge Geflüchtete beschult werden.

Erschwerend bei der Schulplatzvermittlung kommt laut Bericht hinzu, dass viele der Kinder und Jugendlichen erst zwischen sechs bis zwölf Monaten in Deutschland zur Schule gehen. Im Schnitt kann es aber bis zu zwei Jahren dauern, bis die Schüler in eine Regelklasse wechseln. Das heißt, die Plätze in den internationalen Klassen werden nicht schnell genug wieder frei.

Insgesamt 68,3 Schulsozialarbeiter-Stellen stehen den Schulen zur Verfügung. Da sich abzeichnet, dass noch weitere internationale Klassen entstehen, will die Stadt mehr sozialpädagogische Fachkräfte für die Schulen bereitstellen. In diesem Jahr rechnet die Stadt mit weniger Schülern als 2015.

 

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01 – Bielefeld West, Montag 11. April 2016




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