Neuer Ausstieg für Martinschüler

Elternhaltestelle am Marktkauf: An der Artur-Ladebeck-Straße darf die Schule einen Bereich nutzen, an dem autofahrende Eltern ihre Kinder aussteigen lassen können

Gadderbaum. Der rote Teppich ist ausgerollt, goldene Pfosten rahmen ihn ein, der Schulleiter trägt eine Livree und die Polizei ist auch da, um die Kinder zur Schule zu bringen. Ein bisschen Hollywood für ein ernstes Thema: Die Martinschule hat am Marktkauf eine Elternhaltestelle eingerichtet – damit Eltern nicht mehr mit dem Auto bis ans Schultor fahren, um ihre Kinder pünktlich zum Unterricht zu bringen.


In das Thema, das nicht nur die Martinschule seit Jahren bewegt, war zuletzt eine neue Dynamik gekommen, weil die Shell-Tankstelle an der Artur-Ladebeck-Straße einen beliebten Durchgang zur Schule geschlossen hatte. Zu sehr war der Betrieb von an- und abfahrenden Eltern gestört worden. Martinschulleiter Markus Spiekermann hat dafür genauso Verständnis wie Bezirksbeamter Axel Ostheider. Der Polizist sagt: „Ich habe mich über die Jahre schon gewundert, wie tolerant man an der Tankstelle war.“

Tolerant ist auch der Marktkauf. Spiekermann: „Als wir angefragt haben wegen einer Elternhaltestelle, hat der Leiter, Herr Wiese, nur locker ,Ja klar, machen Sie das? gesagt – das finde ich toll.“ Prima findet das auch Ostheider: „Wir haben das seit Jahren immer wieder einmal angeregt, schön, dass das nun wirklich geklappt hat.“

Wer morgens Kinder mit dem Auto bringt, darf von der Artur-Ladebeck-Straße in den Marktkauf abbiegen und dann direkt rechts an den Fahnen die Kinder herauslassen – hier geht es unmittelbar auf einen Zebrastreifen, der die Kinder schützen hilft. Danach führt der Weg durch den Marktkauf und mündet oben an der Deckertstraße auf den offiziellen Schulweg.

Johanna (7) findet das klasse. „Ich freue mich auf diesen Weg“, sagt die Schülerin, als sie von Mama Silvia Quest aus dem Auto gelassen wird. „Ich gehe gerne zu Fuß.“ Ihre Mutter sagt: „So lernt sie den Verkehr kennen, das ist gut so.“ Auch Sara(7) findet es prima nach der Autofahrt noch ein wenig zu Fuß zu gehen.

Und so sind es gestern 15 Kinder, deren Eltern die Haltestelle nutzen – Pflegschaftsvorsitzende Julia Schäfer würdigt das: „Nicht alle können auf das Auto verzichten, so gewöhnen sich die Kinder dennoch auch an den Verkehr.“

 

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03 – Bielefeld Süd, Freitag 12. Februar 2016




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