Schüler lernen Umgang mit Angst

Prävention: Schulen starten Aufklärungsprojekt über psychische Erkrankungen. Jugendliche sollen Berührungsängste verlieren

Bielefeld (mkp). Weiterführende Schulen in Bielefeld wollen sich künftig mit dem Thema psychische Erkrankungen auseinandersetzen. Unterstützt werden sie dabei von der Andreas-Mohn-Stiftung, die ein vom Bündnis für psychisch erkrankte Menschen (BASTA) entwickeltes Aufklärungsprojekt an die Schulen bringen will. Die Regionale Schulberatungsstelle hat das Konzept erweitert.


Studien belegen: Knapp ein Drittel der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren gehören zur Risikogruppe für psychische Störungen. Auch die Diplompsychologen Sevinç Sunar und Steffen Lang von der Regionalen Schulberatungsstelle beobachten eine Zunahme an psychischen Belastungen bei Schülern. Dazu zählen zum Beispiel Angstzustände, Lebensmüdigkeit und depressive Verstimmungen.

Damit die Schüler lernen, wie sie ihr Problem erkennen und lösen können, haben die Diplompsychologen das Schulprojekt von (BASTA) um eine Unterrichtseinheit erweitert.

Seit 2001 sind Teams von BASTA deutschlandweit in Schulklassen mit einem Aufklärungsprojekt über psychische Erkrankungen aktiv. Ab kommendem Herbst soll das Projekt erstmalig in Bielefeld starten. Die Nachfrage sei groß, nahezu alle Gymnasien wollen teilnehmen. Ziel der ersten vier Unterrichtseinheiten ist es, Berührungsängste gegenüber Kranken abzubauen, Wissen zu vermitteln und das Selbstbewusstsein der Schüler zu stärken. Am Ende folgt eine „Begegnungsstunde“ mit Betroffenen.

In der fünften, vom schulpsychologischen Dienst entwickelten Unterrichtseinheit, beschäftigen sich die Schüler in einer Doppelstunde mit der Frage, wie sie mit Stress oder negativen Gefühlen umgehen können. So sollen sich die Jugendlichen etwa vorstellen, dass es einem fiktiven Freund nicht gutgeht, und dann überlegen, wie man diesem helfen könnte.

„Vielleicht hilft es dem Freund, Sport zum Ausgleich zu machen“, sagt Lang. „Oder aber man weiß, wo man Hilfe holen kann.“ Es geht aber auch darum, wie sich die ganze Klasse vor Stress schützen kann, etwa durch wöchentliche Rituale wie gemeinsames Kuchenessen.

 

© 2016 Neue Westfälische
01 – Bielefeld West, Freitag 29. April 2016



Kommentare deaktiviert