Vierter Zug in Ubbedissen vom Tisch

Schulausschuss: Politiker stimmen für einmalig größere Klassen an der dortigen Grundschule.

81 Mädchen und Jungen könnten jetzt aufgenommen werden. CDU scheitert mit Antrag

Gut besucht: Zur Sitzung des Schulausschusses kamen etliche Zuhörer. Vorne sitzt Volker Pause vom Stadtelternrat. Foto: Andreas Zobe
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03 – Bielefeld Süd, Freitag 10. Februar 2017

Ubbedissen/Hillegossen. Unmittelbar nach der Januarsitzung des Schulausschusses sah es noch danach aus, als bliebe alles so, wie beschlossen: Die Grundschule Ubbedissen bildet für das kommende Schuljahr drei Eingangsklassen, 75 Kinder können aufgenommen werden. Drei Wochen später sind es zwar nicht die von vielen Eltern geforderten vier Eingangsklassen, die einmalig zum kommenden Schuljahr eingerichtet werden, aber die Zahl der Schüler in den Eingangsklassen wird heraufgesetzt. Die ist an Schulen, die das Gemeinsame Lernen anbieten, auf 25 Schüler begrenzt. Zum kommenden Schuljahr aber gibt es eine Ausnahme.

In der Bezirksvertretung Stieghorst, die zwei Tage nach dem Schulausschuss dran war, gab es Widerstand, und auch hinter den Kulissen rumorte es. Zwischenzeitlich waren die Schuleinzugsbereiche neu geordnet worden, Eltern, die sich eines Platzes in Ubbedissen sicher waren, hatten plötzlich einen Rechtsanspruch für Hillegossen und umgekehrt. Jetzt fiel die endgültige Entscheidung, ein Vorschlag der Paprika-Koalition und der Linken. Thomas Wandersleb (SPD) erklärte, er habe großes Verständnis für die Eltern, die abgelehnt wurden. „Unsere Aufgabe ist es aber, auf das Ganze zu schauen.“ Letztendlich wollte man eine Perspektive sowohl für die Grundschule Ubbedissen als auch für die Grundschule Hillegossen schaffen, die ebenfalls dreizügig geführt werden soll.

Dort könnte es zum kommenden Schuljahr dann sehr kleine Klassen geben. Aktuell sind zwar nur 58 Schüler angemeldet, was auf eine Zweizügigkeit hinauslaufen würde, Schulamtsleiter Georg Müller rechnet aber noch mit ein paar weiteren Anmeldungen.

Marcus Kleinkes (CDU) hatte einen Antrag in den Ausschuss eingebracht, einmalig vier Klassen in Ubbedissen einzurichten. Der aber wurde abgelehnt. „Es bleibt bei der großen Enttäuschung der Eltern, die eine Absage bekommen haben“, sagte er. „Wir hätten ihnen ein Zeichen gegeben müssen, dass sie den Schulpolitikern vertrauen können.“ Gordana Rammert (Bürgernähe/Piraten) kritisierte die „Betroffenheitspolitik“ der CDU. „Man kann als Opposition viel versprechen, wenn man nicht die Folgen dafür tragen muss.“

Volker Pause vom Stadtelternrat monierte, dass plötzlich eine veränderte Rechtsgrundlage ins Feld geführt wurde. „Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend.“

 

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03 – Bielefeld Süd, Freitag 10. Februar 2017



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