Weitere Schüler aus Auto angesprochen

Polizei und Grundschulen warnen vor Panik

Bielefeld (jr). Kaum ist die Nachricht von den mit Süßigkeiten angelockten Erstklässlern in Hillegossen Stadtgespräch (NW von Freitag), sorgt schon ein zweiter und dritter Fall für Unruhe unter den Eltern – diesmal in Brake und Quelle. In Brake ist am Donnerstagmorgen – also nur einen Tag später – ein Schüler einer dritten Klasse von einem Mann aus einem schwarzen Auto heraus angesprochen worden. Mehr ist allerdings nicht passiert, betont die Polizei. Am vergangenen Montag soll bereits ein Mädchen (4. Klasse) an der Carl-Severing-Straße von drei Autoinsassen angesprochen worden sein

Polizeisprecher Achim Ridder warnt vor unnötiger Panik: „Nicht jeder Autofahrer, der Kinder anspricht, ist gefährlich.“ Der Bezirksbeamte der Polizei konnte am Freitag den unbekannten Mann ausfindig machen: „Es handelt sich um einen 73-jährigen Braker, der den neunjährigen Schüler nach seiner Schule gefragt hat“, so Ridder. Der Mann habe sich dabei nichts weiter gedacht. In diesem Zusammenhang möchte die Polizei darauf hinweisen, wie schnell in Zeiten des Internets falsche Informationen in den Umlauf geraten können.

Bettina Gräber, Leiterin der Grundschule Brake, hat seit dem Vorfall viel zu tun: „Ein Schüler der dritten Klasse wurde auf dem Weg zur Schule zweimal von einem ihm fremden Autofahrer angesprochen.“ Der Mann hatte den Schüler nach seinem Namen, nach dem Namen seiner Lehrerin und nach seiner Klasse gefragt. Der Junge habe zunächst geantwortet und sei dann weitergegangen. Als der Fremde nochmals auftauchte, weil er eine Antwort nicht verstanden habe, blockte der Drittklässler ab und meldete den Vorfall seiner Klassenlehrerin. Die Schulleitung informierte daraufhin die Mutter, das Kollegium und die Polizei. „Viele der Eltern sind aktuell sehr aufgeregt“, berichtet Gräber. „Aber der Schüler wurde weder angelockt, noch wurden ihm Süßigkeiten angeboten wie in Hillegossen.“ Am Freitag erhielten daher alle Schüler einen Elternbrief zu dem Vorfall. Darin wird die Empfehlung ausgesprochen, die Kinder nicht alleine zur Schule gehen zu lassen. Für diejenigen, die ihre Kinder nicht selbst zur Schule bringen können, gibt es auf vier Strecken Walkingbusse, die von Erwachsenen begleitet werden.

Im Fall aus Hillegossen stehe der Bezirksbeamte ebenfalls in engem Kontakt mit Grundschule und Eltern der Jungen, betonte Ridder. Die Ermittlungen dort dauern aber noch an.

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01 – Bielefeld West, Samstag 29. August 2015




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